Erfolgsgeschichte: Nicole Zieseniss

Erfolgsgeschichte: Nicole Zieseniss

Abnahme von mehr als 60 kg in 12 Monaten

Natürlich haben viele Menschen bemerkt, dass ich stark abgenommen habe – und ich bekomme viele Komplimente dafür, die – ehrlich gesagt – unfassbar gut tun. Es ist schön, nicht mehr auf offener Straße ausgelacht zu werden, nicht mehr schief angeschaut zu werden, nicht mehr versteckt zu werden. Plötzlich steht deine Persönlichkeit im Vordergrund, du darfst stolz auf dich sein. Und natürlich werden mir viele Fragen zum Abnehmen gestellt … einige davon möchte ich hier beantworten. Vielleicht findet sich der ein oder andere darin wieder.

Warst du schon immer übergewichtig? Auch als Kind?

Ich habe eine genetische Veranlagung zum Übergewicht und musste immer auf mein Gewicht achten, ja. Aber ich war nicht wirklich dick. Als Jugendliche hatte ich eine Figur, mit der ich gut leben konnte. Bikinis, Kleider, Röcke … gab es alles in meinem Schrank.

Warum hast du so viel zugenommen?

Oh, das hat so viele Gründe, dass ich gar nicht mehr sagen kann, was davon die Hauptursache war. Beruflich habe ich die meiste Zeit im Sitzen verbracht, Sport zählte sehr lange nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich habe gegessen, wenn ich glücklich war und wenn ich traurig war, wenn ich Langeweile hatte und auch in stressigen Zeiten. Ich habe gegessen, wenn ich enttäuscht, frustriert, wütend war. So ziemlich jede Emotion war ans Essen geknüpft. Hinzu kam eine Schilddrüsenunterfunktion, die lange nicht erkannt wurde. Von da an konnte ich machen, was ich wollte, ich habe immer mehr zugenommen – und mich selbst irgendwann völlig aufgegeben.

Was hat dich dazu bewogen, abzunehmen?

Abnehmen - Erfolgsgeschichte
Mud Masters 2018

Mein Problem war nie, dass ich nicht hätte abnehmen wollen. Ich habe mich nicht wohl gefühlt, ich konnte viele aufregende Dinge nicht miterleben. Wenn ich mit Freunden Ausflüge gemacht habe, z. B. Indoor Skydiving, dann war ich diejenige, die von außen Fotos gemacht hat, während andere Spaß hatten. Ich war einfach immer zu schwer. Mein Problem war vielmehr, dass ich mich aufgegeben hatte. Ich hatte mich längst damit abgefunden, dass ich ein einsames, kurzes Leben im Übergewicht führen würde. Hilfe von außen konnte ich nicht mehr annehmen. Wenn mir jemand angeboten hat, Sport mit mir zu machen, hatte ich Ausreden. Wenn mir jemand vom Essen abgeraten hat, bin ich wütend geworden. Ich empfand es als unzulässige Einmischung – und ich hatte nicht die Kraft, die Hilfe anzunehmen. Ich war süchtig nach dem beruhigenden Glücksgefühl, das die Schlemmerei mit sich brachte. Dabei habe ich nicht viel gegessen, aber eben falsch.

Ein Weckruf war der Tag, an dem sich mein Sohn in der Schule geprügelt hat, weil seine Klassenkameraden verletzende Witze über seine dicke Mama machten. Ein Weckruf war auch der Freund, der meine Ausreden nicht akzeptiert und sie einfach vom Tisch gefegt hat. Das war ich nicht gewohnt, denn mein inzwischen recht begrenztes Umfeld war viel zu höflich, um mir nicht zu glauben. Ich war gezwungen, über mich selbst nachzudenken. Und nachdem ich damit fertig war, musste ich etwas ändern.

Abnehmen – Was hast du alles versucht?

Abnehmen
7 Kleidergrößen weniger!

Ich glaube, es gibt keine Diät, die ich nicht irgendwann ausprobiert habe. Von Monodiäten, die sehr einseitig sind, bis hin zur Trennkost war alles dabei. Funktioniert hat nichts davon, jedenfalls nicht auf Dauer. Eines Tages habe ich sogar einen DNA-Speicheltest machen lassen, um es mit der Gen-Diät zu versuchen. Die Anbieter solcher Programme werben damit, dass Menschen je nach ihrer Gen-Variante eher von Kohlenhydraten oder von Fetten zunähmen – und sie mit der individuellen Gen-Diät eine auf sie zugeschnittene Lösung erhielten. Inwieweit an dieser Argumentation tatsächlich etwas dran ist, ist fraglich. Eine Studie der Stanford-Universität, Kalifornien, an der sich 609 übergewichtige Menschen beteiligten, belegt eher das Gegenteil. Auch für mich war die Gen-Diät nichts weiter als ein Schuss in den Ofen – den Spott einer Ärztin, die mich später für die unsinnige Geldinvestition ins Lächerliche zog, hätte ich mir trotzdem gerne erspart.

Schließlich dachte ich über eine Magenband-OP nach. So viele Menschen waren damit bereits erfolgreich und die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der man danach abnehmen sollte, erschien mir mehr als verlockend. Ich nahm Kontakt zu einer spezialisierten Klinik auf, ich sprach mit jemandem von meiner Krankenkasse. Doch ich entschied mich aus zweierlei Gründen dagegen:

  1. Mein BMI lag bei 48 – und war der Krankenkasse zu niedrig. Ich hätte noch mehr zunehmen müssen, um die Operation finanziert zu bekommen – so zumindest die telefonische Auskunft.
  2. Ich fürchtete die Risiken und Folgerisiken dieser Operation.

So beschloss ich also, mir noch eine weitere Chance zu geben und auf „normale Weise“ Gewicht zu verlieren. Ich meldete mich in einem Fitnessstudio an und reduzierte bzw. veränderte meine Mahlzeiten. Und durch pure Entschlossenheit funktionierte es dann …

Und wie geht es jetzt weiter?

Ich habe ein neues Leben angefangen und das möchte ich nicht mehr missen. Ich habe mich beruflich umorientiert, mich zur Übungsleiterin und Ernährungsberaterin fortgebildet – und bilde mich auch aktuell noch fort. Mit Hope Factory möchte ich meine Erfahrungen und meine mittlerweile hinzugewonnenen Kenntnisse an Menschen weitergeben, die eine ähnliche Lebensgeschichte haben. Ich möchte die Unterstützung sein, die ich mir selbst gewünscht hätte. Nicht nur rund ums Abnehmen, obwohl mir dieses Thema zugegebenermaßen besonders am Herzen liegt. Es geht mir um die Verknüpfung aus Sport und Ernährung – und was diese Verbindung für Sie tun kann!

Indoor Skydiving 2020 – mit Spaß und Action zurück ins Leben

Erzählen Sie mir Ihre Geschichte

Was haben Sie erlebt? Was möchten Sie verändern? Wie darf ich Sie begleiten? Erzählen Sie mir davon, ich freue mich auf Sie!